Elternabend zum Thema "Merken"

21.02.2019

Am Abend waren dann die Eltern, große Geschwisterkinder, Lehrer und alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung in den Turnraum der Grundschule geladen. Herr Hofmann brachte den Gästen rasch nahe, dass die Merk- und Lerntechniken nicht nur für Schüler eine Erleichterung bringen. Um dies zu demonstrieren lud er alle Gäste zum aktiven Mitmachen ein. Die Erwachsenen durften die „Briefkastentechnik“ ausprobieren. Gemeinsam entwickelten sie einen „Einkaufszettel“ mit zehn Gegenständen, die sich alle Anwesenden mit Hilfe von Körperpunkten rasch einprägen konnten.

Im Weiteren erklärte Hofmann anhand von Erkenntnissen der Gehirnforschung und Lernpsychologie, welche Prozesse im menschlichen Gehirn ablaufen. Ein wichtiger Faktor beim Lernen sei, wie viel man schon an Vorwissen mitbringe. Daher funktioniere Lernen bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich, denn Erwachsene hätten bereits vorhandene Kenntnisse, an die sich neue Informationen viel leichter anhängen könnten. Gerade in den unteren Jahrgangsstufen, wenn alle Lerninhalte noch neu sind, sei für Kinder das Lernen so schwierig, „wie wenn sich ein Erwachsener im Eigenstudium Chinesisch beibringen wolle“. Der Wissensvorsprung Erwachsener mache das Merken von neuen Inhalten viel leichter. Dies müsse man beim Lernen mit dem eigenen Kind berücksichtigen. Der Aspekt, dass ein Lerninhalt „wichtig“, zum Beispiel für eine Prüfung sei, führt noch lange nicht dazu, dass das Gehirn ihn abspeichere. Pro Sekunde würde unser Gehirn mit 1,4 Millionen Informationen gefüttert. Dabei arbeite es wie ein Trichter. In der Regel schafften es nur die interessanten, spannenden, komischen und kurzweiligen Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Wenn ein Merkstoff diese Merkmale nicht habe, so fiele es oft schwer, sich einen solchen anzueignen. Damit auch „langweilige“ Inhalte einen Weg ins Gehirn finden, könne man sie aber in Geschichten verpacken.

 

Mit viel Applaus wurde der Vortrag belohnt. Der „Tag des Merkens“ bleibt sicher Kindern wie Erwachsenen fest im Gedächtnis verankert.

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